Pommritzer Bewusstseinsmanifest

PRÄAMBEL

Das LebensGut Pommritz hat eine lange Geschichte als Ort des Lernens, Forschens und Experimentierens. Im 19. Jahrhundert wurde das Rittergut zur landwirtschaftlichen Forschungsstation, später kam die berufliche Ausbildung hinzu. Von 1993 – 2013 war das Gut Ort eines von Prof. Rudolf Bahro und Prof. Kurt Biedenkopf initiierten sozialökologischen Experiments. Jetzt wird es durch ein  Bildungsunternehmen saniert und mittelfristig in eine Stiftung mit Bewusstseinsschwerpunkt überführt. 

Das Pommritzer Bewusstseinsmanifest beschreibt das Feld, das vom LebensGut ausgehen, die Wirkkraft, die es entfalten soll. Es drückt das tiefste Verständnis der Beteiligten darüber aus, was die Zukunft dieser Welt braucht und was Menschsein im Innersten bedeutet. Es ist nicht als Regelwerk zu verstehen, sondern als Leitschnur, an der sich Beteiligte, Anwesende und Verbundene täglich so gut sie können ausrichten, um so miteinander ein neues Bewusstseinsfeld zu hegen und zu pflegen. 

MANIFEST

§1: Bewusst-Schöpfer-Sein

Unsere Gedanken, Gefühle und Aufmerksamkeit erschaffen große Teile unserer Realität. Dieser Prozess findet in jedem Moment statt. Die meiste Zeit ist unser Schöpfer-Sein jedoch unbewusst und wir erzeugen (versehentlich) im Außen Abbilder unseres niederfrequenten Innens.

Wir rufen (uns) dazu auf, mit unserem kontinuierlichen Mit-Schöpfer-Sein verantwortungsvoll umzugehen und Bewusstsein in das zu bringen, was wir denken, fühlen und wollen und wohin wir unsere Wahrnehmung lenken.

§2: Zum höchsten Wohle allen Lebens

Der Schöpfungsprozess findet auf individueller und auf kollektiver Ebene statt. Die Literatur zum “Manifestieren” konzentriert sich bisher jedoch stark auf die Befriedigung persönlicher Wünsche: wie werde ich gesünder, geliebter, reicher, berühmter, glücklicher…? Die Summe von Menschen jedoch, die sich selbst alle Wünsche erfüllen, macht noch keine gute Welt für alles Leben. 

Wir rufen (uns) dazu auf, die Intentionen unserer persönlichen Schöpfungsprozesse immer über uns selbst hinaus auf das höchste Wohl allen Lebens auszuweiten, im steten Bewusstsein, Teil eines kollektiven Schöpfungsprozesses zu sein.

§3: Vorfreude auf das Unbekannte

Der Untergang der Welt ist in aller Munde, Filmen, Texten… Hieraus entstehen Zukunftsangst,  Resignation, Gefühle der Machtlosigkeit, Schuldzuweisungen und Positionskämpfe. Unsere kollektiven Schöpfungen entstehen so aus diesem negativen Feld heraus.

Wir rufen (uns) dazu auf, uns immer wieder bewusst zu machen, dass wir nicht wissen, wie sich die Zukunft entwickelt, sie aber mit großer Neugier, Freude und  Vertrauen in das Gute und Schöne der Schöpfung willkommen heißen können. 

§4: Beobachter:insein des Denkens, Fühlens und Wollens

Unsere Gedanken, Gefühle und Motive sind mächtig und es gelingt ihnen immer wieder, dass wir uns so mit ihnen identifizieren, dass wir sie mit unserem eigentlichen Ich verwechseln. 

Wir rufen (uns) dazu auf, immer und immer wieder zu unserem eigentlichen Ich, der liebevollen, an etwas Größeres angebundenen Beobachter:in, zurückzukehren und bewusste Entscheidungen von dieser Position aus zu treffen. 

§5: Leben in Innen- und Außenwelten

Aktivität und Handeln werden üblicherweise im Außen angesiedelt, obwohl Aktivitäten in unserem Inneren eine mindestens ebenso große Wirksamkeit entfalten. In vielen Leben wird die wache Zeit mit Aktivitäten im Außen blockiert, ggfs. mit einer kleinen spirituellen Praxis umrandet. Wir suchen nach einem bewussten Leben, schenken dem Bewusstseinsprozess im Innen jedoch selten den selben Raum und die selbe Zeit wie unserem Wirken im Außen. 

Wir rufen (uns) dazu auf, der Erkundung und Gestaltung unserer unendlichen Innenwelten ebensoviel Raum und Zeit einzuräumen wie unseren Abenteuern im Außen, im steten Bewusstsein, dass das Außen in vieler Hinsicht ein Spiegel unseres Innen ist.

§6: Unendlichkeit und Ewigkeit als Heimat

Wir bewegen uns in eingeschränkten Systemen, was oftmals unser Blickfeld einschränkt und Verzerrungen zur eigentlichen Relevanz von Situationen und Entwicklungen auslöst. So verwechseln wir Kleinigkeiten mit Bedeutsamem und verlaufen uns in Irrelevanz.

Wir rufen (uns) dazu auf, uns regelmäßig daran zu erinnern, dass wir im Wesen Kinder des Universums und im weiten, stillen, dunklen Feld des unendlichen Potentials beheimatet sind und blicken auf momentane Situationen auch aus der Position der Unendlichkeit und Ewigkeit.

§7: Begegnungen auf Seelenebene

Menschliche Begegnungen sind oftmals von (Auf- oder Ab-) Wertung gekennzeichnet, so dass sich Augenhöhe und Respekt nicht einstellen können. Hierdurch entsteht ein Gefühl von Hierarchie und unterschiedlicher Wertigkeiten, als wäre der Lebensweg des Einen besser oder schlechter und die Lebenszeit einiger mehr Wert. Echte, wertschöpfende Begegnungen werden durch Kategorisierungen und Vergleiche jedoch unmöglich.

Wir rufen (uns) dazu auf, jede Begegnung mit höchstem Respekt vor dem Lehr- und Lernweg des Anderen und im Bewusstsein unseres All-Eins zu gestalten und unseren Liebe-vollen Seelen den Genuss echter Verbundenheit zu ermöglichen.

Unterzeichner:innen

  • Julia Stiegler, AT – Bad Ischl, 18.11.2021
  • Petra Ama-Pura Alma Franitza, D – Chemnitz, 02.11.2021
  • Johannes Heinrichs, D – 47169 Duisburg, 18.09.2021
  • Jürgen Hoppmann, D – 02826 Görlitz, 12.09.2021
  • Michael Seyfried, D – 80807 München, 11.09.2021
  • Dominik Klaes, D – 44579 Castrop-Rauxel, 29.05.2021
  • Susanne Karafiat, D – 15526 Bad Saarow, 14.01.2021
  • Anne Wilhelm, D – 02625 Bautzen, 14.01.2021
  • Mena Schneider, D – 53179 Bonn, 13.01.2021
  • Arielle Kohlschmitt, D – 02957 Klein Priebus, 13.01.2021
  • Heinrich Kronbichler, D – 02627 Pommritz, 01.12.2020
  • Maik Hosang, D – 02627 Pommritz, 11.10.2020
  • Monia Ben Larbi, D – 15306 Fichtenhöhe, 09.10.2020