PSI

Unter dem Begriff psi werden Phänomene erforscht, für die es (noch) keine konventionell ausreichende Erklärung gibt.

Sie werden oftmals mit dem Begriff „paranormal“ beschrieben und werden durch unterschiedliche Disziplinen erforscht. Üblicherweise werden die Phänomene mit statistischen Methoden unter kontrollierten experimentellen Bedingungen untersucht, um herauszufinden, ob es sich um zufällige Phänomene handelt oder ob ein realer Informationsaustausch zwischen Menschen und ihrer Umwelt erfolgt. Psi-Phänomene können beispielsweise sein: Hellsehen, Telepathie, Teleportation, luzides Träumen, Materialisierung oder Telekinese.

Die Forschung unterteilt sich in Phänomene, in denen Menschen Psi empfangen (ESP) und Phänomene, in denen Menschen Psi senden (PK).

Erforscht wird hauptsächlich die außersinnliche Wahrnehmung (ESP extra-sensory perception). Viele Tests basieren auf Remote Viewing (Fernbeobachtung), in denen die Erforschten Dinge erkennen müssen, die andere Menschen sehen. In der Ganzfeldtechnik beispielsweise sendet eine Person innerlich ein Bild an jemanden in einem anderen Raum und diese wählt es dann aus 4 möglichen Bildern aus. Zudem wird viel mit Random Event Generators (Zufallsgeneratoren) gearbeitet, um sicherzustellen, dass nur die empfangende Person getestet wird und keine menschliche Interferenz stattfinden kann. Doch auch die Einflussnahme auf andere lebende Systeme, wie beispielsweise das Nervensystem einer anderen Person, Wasser oder Pflanzen wird beobachtet. Diese Forschung läuft unter dem Oberbegriff der Psychokinetik (PK) zusammen.

Diese Phänomene sind inzwischen so weit erforscht, dass ihre Existenz statistisch als bewiesen gelten kann. Dies bedeutet, dass es Menschen gibt, die mit signifikantem Ergebnis Psi-Fähigkeiten unter Experimentalbedingungen aufweisen und somit einen bloßen Zufall dieser Phänomene ausschließen.

Die Erklärungen für diese Phänomene sind vielfältig. Es gibt die Annahme, dass wir Zugriff auf verschiedene Bewusstseinszustände haben, diese aber bei den meisten Menschen nur unterschwellig aktiv sind, und es wahrscheinlich eine Form von Netz gibt, in dem unsere Bewusstseine verbunden sind (James). Andere gehen davon aus, dass die Fähigkeiten genetisch bedingt sind und im Temporallappen des Gehirns verortet sind (Coming) und Serotonin-abhängig sind (Forsgren). Es scheint eine Korrelation zu geben zwischen der Empfangsfähigkeit von Psi und der Fähigkeit, sich die Zukunft vorzustellen (Richard). Zudem wird viel an Psi-Linien geforscht, die Modulationswellen zu sein scheinen, die Informationen über viele tausend Kilometer tragen können (Keen). Andere Erklärungen beziehen sich auf blaues Licht (Chrypto chrome). Rezeptoren wurden sowohl bei Tieren (inkl. Menschen) und Pflanzen gefunden (Radin). Auch gibt es Ansätze, die Bewusstsein als Aggregatszustand verstehen – ein „perspectronium“ mit ausgeprägten Fähigkeiten zur Informationsverarbeitung (Tegmark). Auch könnte es einen Zusammenhang zu Schattenmaterie geben (Pandarakalam). Diese Erklärungen befinden sich größtenteils noch im Hypothesenstadium mit ersten Hinweisen. Bewiesen ist lediglich, dass diese Phänomene existieren, nicht jedoch auf welcher Grundlage. Daher bleibt zunächst der Begriff „paranormal“ bestehen.

Buchempfehlung: „The Conscious Universe: The Scientific Truth of Psychic Phenomena“ von Dr. Dean Radin, in dem er Bücher und Studien zwischen 1800 und 1990 zusammenführt.

Quelle:

Zahran, Samah Khaled (2017). What is Psi? From Anti-Parapsychology to Psi as a Next Scientific Revolution: Theoretical Reviews and Hypothesized Vision. American Journal of Applied Psychology, Vol 5, No. 2, S. 33-44.